Lieux de mémoire of (im)migration in urban spaces: the example of Vienna

LBI EGÖ-Forscherin: Christiane Hintermann (Wien)

Elise Richter-Fellowship, gefördert vom FWF.

Das über vier Jahre laufende Projekt Lieux de mémoire of (im)migration in urban spaces wurde im Februar 2011 begonnen und dauert bis einschließlich Jänner 2015. Das Ziel ist es, Erinnerungsorte von Migration in Wien und Österreich zu erforschen, empirisch zu erfassen, zu veranschaulichen und zu porträtieren. Gleichzeitig sollen die Herkunftsgeschichten dieser Orte, ihre Bedeutung oder Bedeutungsänderung für unterschiedliche Gruppierungen, das Ringen und die Konflikte im Hinblick auf Bedeutung(en) und Interpretation(en) und die Rollen der beteiligten Akteure analysiert werden. Die Studie bedient sich des Konzepts von lieux de mémoire, wie es von Pierre Nora eingeführt wurde und übernimmt es in der Weise, dass es die 'Erinnerungslücke' in der Wiener und österreichischen Migrationsgeschichte, die sowohl im nationalen als auch im städtischen Kontext einschlägig ist, füllt. Der Grundgedanke des Projekts ist es, eine Erinnerungstopographie der (Im)Migration für Wien zu erarbeiten. Ergänzt wird diese Arbeit durch lieux de mémoire, die nicht in Wien angesiedelt, aber trotzdem relevant und bedeutungsvoll für die österreichische Migrationsgeschichte im Allgemeinen sind.

Das Projekt ist um zwei Annahmen herum verankert. Zunächst wird argumentiert, dass Migrationsangelegenheiten im Allgemeinen und die sehr umfangreiche österreichische Migrationsgeschichte im Besonderen in der österreichischen Erinnerungspolitik, den Erinnerungsaktivitäten und dem historischen Bewusstsein der Bevölkerung vernachlässigte und an den Rand gedrängten Themen sind. Zweitens gründet die Arbeit auf der Annahme, dass die Fragen, ob und wie Einwanderer und ihre Geschichten dargestellt und öffentlich wahrgenommen werden, eng verknüpft sind mit Fragen von Integration und Gleichberechtigung.
 

Zentrale Forschungsfragen:

  • Gibt es Orte in Wien/Österreich, die als Symbole und Chiffren für die österreichische Migrationsgeschichte bzw. generell für Fragen von Migration und Integration stehen?
  • Welche Orte (Erinnerungsorte) sind das (Straßenbezeichnungen, Gedenktafeln, Monumente und Mahnmale aber auch Orte im abstrakten Sinn) und wo befinden sie sich?
  • Was wird erinnert? Und welche Formen der Erinnerung und welche Erinnerungspraxen können festgestellt werden?
  • Wer sind die Akteure im erinnerungspolitischen Handlungsfeld, wenn es um Migration geht (allgemein und innerhalb von MigrantInnen-Communities speziell)?