EurHistXX

 

Das LBI EGÖ ist Mitglied des europäischen Netzwerks für Zeitgeschichte EurHistXX.

 

 

Das Netzwerk EurHistXX ist eine neue wissenschaftliche Initiative, die von herausragenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der europäischen Zeitgeschichte getragen wird. EurHistXX wurde gegründet anlässlich des Kongresses "Thinking Europe. Towards a Europeanization of Contemporary Histories", der im Mai 2004 am Potsdamer ZZF abgehalten wurde. Zusätzlich zur Kerngruppe der Forschungseinrichtungen, die das Netzwerk bilden, sind auch einzelne HistorikerInnen, die auf dem Gebiet Zeitgeschichte an anderen Institutionen in Europa arbeiten, mit EurHistXX verbunden. Es wird auch erwartetet, dass noch weitere Institutionen, besonders aus Ländern, die noch nicht in EurHistXX vertreten sind, in den kommenden Jahren dem Netzwerk beitreten werden.

Die zentrale Herausforderung besteht für EurhistXX in einer Europäisierung der Zeitgeschichte. Als Subdisziplin der Geschichtswissenschaft wird auch die Zeitgeschichte nach wie vor von historiographischen Traditionen bestimmt, die versuchen, die jeweilige nationale Einzigartigkeit herauszuarbeiten. Die Partner, die sich zu EurhistXX zusammengeschlossen haben, wollen die Geschichte Europas einer kritischen Neubetrachtung unterziehen, in der die Ambivalenzen und widersprüchlichen Erfahrungen der Europäer in der Vergangenheit betont werden. Deshalb gehört es zu den vorrangigen Zielen von EurhistXX, jede Form von teleologischer Geschichtsschreibung zu vermeiden, d.h. keine Narrative zu tolerieren, in denen die Europäische Union als Variante des traditionellen Nation building erscheint. Trennendes und Umstrittenes, wie Krieg, Genozid, Revolutionen und ihre widersprüchlichen Einschreibungen in die Erinnerung werden ebenso ernst genommen wie konsensuelle Aspekte der gemeinsamen Geschichte, wie politische und wirtschaftliche Integration, kultureller Transfer und das wachsende Bewusstsein einer europäischen Identität.