Autoritarismusprojekt, 2006 bis 2009

Autoritäre und totalitäre Erfahrungen, autoritäres Potential und demokratische Werten in Polen, Tschechien, Ungarn und Österreich

Dieses Projekt wurde vom Zukunftsfonds der Republik Österreich gefördert, teilweise wurde die Forschungstätigkeit von den Österreichischen Lotterien gesponsert.
 

Ziel des Projektes ist, das gegenwärtige autoritäre Potential und das demokratische Potential in Polen, Tschechien, Ungarn und Österreich zu erheben, wobei von besonderem Interesse der Vergleich zwischen Österreich und den postkommunistischen Staaten ist.

Mittels Befragungen werden Indikatoren für Autoritarismus als individuelle autoritäre Disposition, Demokratieunterstützung, politische Partizipation, neuen politischen Autoritarismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Einstellungen zur EU erhoben. Weiters zielt das Projekt auf die Feststellung und Kontextualisierung aktueller Geschichtsbilder über wichtige diese Länder betreffende Ereignisse im 20. Jahrhundert.

Die zentrale Fragestellung des Projektes richtet sich auf den Zusammenhang von Geschichtsbildern (in Bezug auf länderspezifische autoritäre und totalitäre Erfahrungen) mit aktuellen Haltungen zu den genannten Dimensionen (Autoritarismus, Demokratieunterstützung etc.). Entscheidend dafür ist die Annahme, dass sich in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen und deren Deutungen auf aktuelle Muster der Einstellungen gegenüber Fragen und Themen der Gegenwart auswirken.

Das wichtigste methodische Instrumentarium ist eine Fragebogen-gestützte Umfrage. In jedem Land werden telefonisch 1000 durch Zufallsauswahl bestimmte  erwachsene Personen befragt. Neben den aus der Umfrage gewonnen Daten werden in dem Endbericht zum Forschungsprojekt auch Ergebnisse anderer Umfragen mit gleichen oder ähnlichen Fragen berücksichtigt. Dazu zählen u.a. Umfragen im Rahmen des "International Social Survey Programme" (ISSP), der "European Values Study" (EVS) und Umfragen, die nur einem der Untersuchungsländer gewidmet waren. Überdies werden in die Endergebnisse Resultate relevanter wissenschaftlicher Literatur einfließen.